GST - Warum?
Warum diese Strecke?
Zusammen mit der Mauer in Berlin und dem Nikolaikirchhof in Leipzig ist die innerdeutsche Grenze (1.378 km Länge) der vielleicht geschichtsträchtigste Flecken Erde in der deutschen Nachkriegszeit. Welche Gedanken löst es in einem aus, wenn man in völliger Freiheit (schließlich hat die GST nur ein Minimum an Abhängigkeiten) über Boden fährt, der noch vor wenigen Jahren vermint war und an dem über 1.000 Menschen starben, weil sie in die Freiheit flüchten wollten? Welches Gefühl hinterlässt eindrucksvolle Natur, wenn man weiß, in welchen politischen Rahmenbedingungen sie sich noch vor wenigen Jahren befand? Fest steht: Diese Tour folgt nicht einfach nur einer Route, dieser Trail fordert nicht nur die Beine heraus.
Wir wären aber keine Mountainbiker, wenn wir nicht auch fahrerische Ansprüche an das zu fahrende Terrain stellen würden: Der ehemalige deutsch-deutsche Grenzstreifen ist der längste Grünstreifen Deutschlands. Er bietet reichlich Abwechselung: Startet am Meer, führt an Flüssen entlang und erklimmt Mittelgebirge. Auch ist dieser Grünstreifen das Maximum an Einsamkeit (Prärie, Weite), das sich in Deutschland über längere Distanz ausmachen lässt.
Warum dieses Jahr?
20 Jahre nach der Wende sind die Erinnerungen an das geteilte Deutschland bei Vielen verblasst und durch verfestigte Vorurteile verzerrt. Vielleicht fahren sogar Einige mit, die die Teilung gar nicht persönlich kennen. Der 20. Jahrestag des Mauerfalls ist ein guter Anlass, die gewonnene Freiheit auch auf dem Bike auszuleben. Zur Erinnerung und Mahnung gibt es keine bessere Route!
Warum ist es kein Rennen?
Die Grenzsteintrophy ist aus vielen Gründen kein Rennen:
1. Ein Rennen ist ein Rennen ist ein Rennen: Ein Ranking zerstört die Solidarität unter den Fahrern, es befördert den Geldeinsatz und die Versuchung zu dopen…
2. Wir wollen selbst mitfahren und nicht zum “Rennorganisator” mutieren!
3. Wie will man eine 1.300 km Strecke “schummelfrei” gestalten?
4. Wer braucht im Anschluss einer solchen Herausforderung noch ein Ranking, um sich als Sieger zu fühlen?
Warum gibt es keinerlei Service?
Weil wir das nicht leisten können, wollen und dürfen!
Weil wir die Idee mögen, dass eine Tour mehr ist als pedalieren. “Self-Support-Riding” ist Grundhaltung, wir erklären sie nicht, wir praktizieren sie: Bestimme selbst, was du brauchst, um die GST zu meistern; packe es ein oder kaufe es unterwegs!
Warum dieser Name?
Auf der Westseite kündigten über 5.000 Grenzsteine die innerdeutsche Grenze an, nicht selten bevor man den Todesstreifen sehen konnte …
Auch gebührt der Respekt vor den Opfern, von Namen wie “Todesstreifen-Tour” usw. Abstand zu halten.
Es ist eine “Trophy”, weil es kein Rennen sein soll; es ist eine “Trophy”, weil es keine Radeltour werden wird …